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Grippe-Pandemie

Grippe-Pandemie könnte Existenzen gefährden - Handbuch "Betriebliche Pandemieplanung" unterstützt den Hotelier bei der Vorsorge

Checkliste Hotellerie - Schweinegrippe

Zum Herbst, so teilen uns die Fachleute mit, ist mit einer Pandemiewelle der Schweinegrippe und der sich ausbreitenden Krankheit auch in Deutschland zu rechnen.
Experten befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine solche, möglicherweise weltweite Grippewelle, mit weit reichenden Folgen für viele Hotels aufgrund erkrankter Beschäftigter und ausbleibender Gäste, entstehen könnte. Daher arbeiten verschiedene Institutionen weltweit an Möglichkeiten, die Auswirkungen einer Grippe-Pandemie einzudämmen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat das Handbuch „Betriebliche Pandemieplanung“ herausgegeben. Dieses Handbuch will mittlere und größere Touristikunternehmen sensibilisieren und bei ihrer Vorbereitung auf eine Grippepandemie unterstützen. Darin enthalten sind Checklisten mit Empfehlungen und zusätzlichen Erläuterungen. Ergänzt wird das Handbuch unter anderem durch Hintergrundinformationen, Verhaltensempfehlungen und möglichen Vorsorgemaßnahmen für die Mitarbeiter. Das Buch richtet sich vorwiegend an Direktoren und Geschäftsleitung, als Leitfaden bei der Planung und Umsetzung des Pandemieplanes. In einer Pandemiewelle müssen sich alle Unternehmen an vorübergehende, aber schwer wiegende Veränderungen anpassen. Dienstleistungen können nicht wie gewohnt erbracht werden oder fallen ganz aus.
Ein besonderes Problem ist das Fortbleiben des Personals vom Arbeitsplatz, was im Höhepunkt der Welle einen Großteil der Belegschaft betreffen kann. Der Hotelier muss in seiner Planung festlegen, welche Betriebsabläufe unter allen Umständen aufrechterhalten werden müssen, welche reduziert werden können und worauf während einer Pandemiewelle verzichtet werden kann. Sobald ein betrieblicher Plan ausgearbeitet ist, kann man den Personaleinsatz planen. Ein gut funktionierendes Kommunikationssystem ist unerlässlich, damit der aktuelle Beschäftigungsstand immer aktuell abrufbar ist. Die Ausarbeitung für einen Ausnahmezustand sollte regelmäßig aktualisiert und alle Vorbereitungen immer abrufbar gehalten werden, damit der Plan im Ernstfall schnell verwirklicht werden kann.

Laut Ulrich Jander, ist das Handbuch des BBK eine wichtige Handlungshilfe bei der Pandemieplanung und für organisatorische Vorbereitungen unerlässlich. Leider hat er jedoch die Erfahrung gemacht, dass sich Hoteldirektoren nicht mit diesem Thema beschäftigen, der Tenor ist, „es wird schon nichts passieren“. Natürlich rücken im Falle einer Pandemie vor allem die internationalen Hotels in den Focus der Überwachungsbehörden. Bei kleineren Hotels auf dem flachen Land, die nur von Urlaubern oder Tagesgästen frequentiert werden, ist es nicht so dramatisch. Die großen namhaften Hotels, die in den Großstädten internationale Gäste beherbergen, werden erhebliche Probleme bekommen, wenn sie keine ausreichenden Maßnahmen treffen. Insbesondere im Bereich der Rezeption und des Service kommt das aus aller Herren Länder stammende Gästeklientel zusammen, und hier wird es dann das größte Übertragungsrisiko geben, das dann von den Mitarbeitern weiter getragen wird, auch in die Küche. Was das bedeutet, kann sich jeder vorstellen.

Dass Einrichtungen auch sehr schnell von den Behörden geschlossen werden, konnte man am Beispiel der japanischen Schule in Düsseldorf oder der Schule im Lahndillkreis sehen, als dort ein Schüler an Schweinegrippe erkrankt war.

KonTraG verpflichtet zur Pandemievorsorge
Die Vorbereitung auf eine Grippe-Pandemie gehört zu den nach KonTraG (Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich) zu beobachtenden Risiken einer Hotelkette, beziehungsweise zu den zu treffenden Vorsorgemaßnahmen.

In letzter Zeit erhält die GQH vermehrt Anfragen von Reiseveranstaltern, ausländischen Gästen, Banken und Versicherungen oder auch großen Tagungsgesellschaften, was denn die Hotels für die Sicherheit der Gäste im Hinblick auf eine Ausbreitung der Schweinegrippe unternähmen.

Eine große Ansammlung von Gästen birgt doch auch eine erhebliche Gefahr. Aus diesem Grund sehen sich immer mehr Hotels in der Pflicht, Pandemiepläne für ihr Unternehmen auszuarbeiten, denn Ratingagenturen beurteilen Unternehmen inzwischen auch nach der Qualität ihrer Pandemiepläne.
Zu den wichtigsten betrieblichen Herausforderungen einer Pandemie gehören Gäste-Fluss-Probleme, der Krankenstand der Mitarbeiter, Quarantänevorschriften und HACCP.

Wie Seuchenschutz funktioniert, kann man derzeit in einem Ludwigshafener Hotel beobachten.
Dort steht eine Reisegruppe mit 50 US-Amerikanern wegen Schweinegrippe unter Quarantäne, zwei der Reisenden sind am Schweingerippevirus erkrankt. Insgesamt wurden, lt. der Tageszeitung „Die Rheinpfalz“, 5 Reisende zwischen 18 und 27 Jahre auf ihren Zimmern isoliert. Die anderen Teilnehmer der Reisegruppe können sich auf vier Stockwerken des Hotels frei bewegen und in einem speziellen Speiseraum für die Gruppe ihre Mahlzeiten einnehmen. Die Angestellten wurden durch das Gesundheitsamt aufgeklärt und geschult.


Für Betriebe die durch den ASD beraten werden kann der Leitfaden hier heruntergeladen werden.

-> Das Handbuch gibt es hier zum Download


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